1997 veröffentlichten die Bürgerdienste in Köln- Mülheim die „Mülheimer Erklärung“ mit ihren Hauptforderungen:
•• Bereitstellung von Grund und Boden (z.B. Industriebrache) in Erbpacht
•• Überlassen von sanierungsbedürftigen Gebäuden für preiswertes Wohnen und für Selbsthilfeprojekte, für Kultur und Info
•• Nutzbarer Boden für Garten- und Gemüseanbau
Die „Mülheimer Erklärung“ entstand als Reaktion auf die Verwaltungsinitiative „Pro Veedel“, die sich angesichts der steigenden Massenarbeitslosigkeit zum Ziel setzte, durch Förderung der Selbsthilfe, berufliche und soziale Integration,Unabhängigkeit von Sozialhilfe, eine Stärkung der sozialen Infra-struktur in Kölner Stadtteilen zu erreichen und dabei 15 Millionen DM einzusparen. Wir denken, dass dies erst dann möglich wird, wenn Alternativen zu der 1-4-Jahresperspektive der bisher üblichen Arbeitsförderung entwickelt werden und eine Quartierspolitik ausführliche Planung und Mitbeteiligung der BürgerInnen und Bürgerdienste ermöglicht.
Es ist im öffentlichen Interesse, Modelle „Neuer Arbeit“ zu entwickeln, die Perspektiven auch für diejenigen Menschen schaffen, die auf dem heutigen Arbeitsmarkt keine Chance mehr bekommen. Voraussetzung hierfür sind geringe Kosten, insbesondere niedrigste Wohnungs- und Betriebsmieten, damit Selbsthilfebetriebe dauerhaft am Markt überleben und gleichzeitig soziale Aufgaben wahrnehmen können. Grundstücke sollen die Projekte zu Niedrigstpreisen von WiWAt mieten, die ihrerseits diese treuhänderisch und in Erbpacht verwalten will. Die Industriebrache „Alter Güterbahnhof“ bietet für diese Pläne ein Areal, auf dem „alte“ und „neue“ Arbeitsstrukturen im Rahmen eines Konzepts „Lokale Ökonomie“ Kooperationen schaffen.