Auf dem Gelände der Industriebrache soll unter dem Dach der WiWAt eG ein lebendiger Stadtteil entstehen, der Leben und Arbeiten wieder verbindet. Handwerksbetriebe, Einzelhandel, genauso wie IT-Betriebe und ökonomische Selbsthilfeprojekte „Neuer Arbeit“ können sich ansiedeln. Wohnungen werden gebaut, Projekte vielfältiger Art sowie die Genossenschaft selbst möchten dafür sorgen, dass ein solidarisches Miteinander entsteht.
ES GEHT UM NEUE SOZIALE UND ÖKONOMISCHE IMPULSE UND ERMUTIGUNG ZUR SELBSTHILFE.
Die Interessen der Stadt, eine Entlastung der öffentlichen Kassen zu erreichen, werden dabei genauso berücksichtigt, wie die Leitlinien einer nachhaltigen Wirtschafts- und Stadtentwicklung, (Rio 1992 und Istanbul 1996) und der „Sozialen Stadt“. Ein Mischgebiet von Gewerbe, Handwerk, Dienstleistungen überwiegend in Form von Selbsthilfeprojekten mit unterschiedlichsten Erwerbszweigen soll entstehen sowie Wohnraum bzw. Möglichkeiten des kombinierten Wohnens und Arbeitens. Dabei soll eine Integration benachteiligter Menschen und sozialer Aufgaben berücksichtigt werden. Die Projekte unter dem Dach von WiWAt sollen in guter Nachbarschaft zu den Produktionsstätten des alten Industriestandortes sowie zu den sonstigen ansässigen Unternehmen und Geschäftsleuten entstehen, wobei WiWAt grundsätzlich offen ist für alle Menschen im Stadtteil. Kooperationen, z.B. Ausbildungspools, preisgünstige gegenseitige Dienstleistungen und Hilfen sollen auch mit Privatleuten, Betrieben, Kirchen, Vereinen etc. außerhalb der Genossenschaft entstehen.
WIWAT ERSTREBT NEUE SOLIDARISCHE SOZIAL-STRUKTUREN, VON DEREN MITGESTALTUNG UND TEILHABE NIEMAND AUSGESCHLOSSEN IST.
Die Entstehungsgeschichte
1997 veröffentlichten die Bürgerdienste in Köln- Mülheim die „Mülheimer Erklärung“ mit ihren Hauptforderungen:
•• Bereitstellung von Grund und Boden (z.B. In-dustriebrache) in Erbpacht
•• Überlassen von sanierungsbedürftigen Gebäuden für preiswertes Wohnen und für Selbsthilfeprojekte, für Kultur und Info
•• Nutzbarer Boden für Garten- und Gemüseanbau
Die „Mülheimer Erklärung“ entstand als Reaktion auf die Verwaltungsinitiative „Pro Veedel“, die sich angesichts der steigenden Massenarbeitslosigkeit zum Ziel setzte, durch Förderung der Selbsthilfe, berufliche und soziale Integration, Unabhängigkeit von Sozialhilfe, eine Stärkung der sozialen Infrastruktur in Kölner Stadtteilen zu erreichen und dabei 15 Millionen DM einzusparen. Wir denken, dass dies erst dann möglich wird, wenn Alternativen zu der 1-4-Jahresperspektive der bisher üblichen Arbeitsförderung entwickelt werden und eine Quartierspolitik ausführliche Planung und Mitbeteiligung der BürgerInnen und Bürgerdienste ermöglicht. Es ist im öffentlichen Interesse, Modelle „Neuer Arbeit“ zu entwickeln, die Perspektiven auch für diejenigen Menschen schaffen, die auf dem heutigen Arbeitsmarkt keine Chance mehr bekommen. Voraussetzung hierfür sind geringe Kosten, insbesondere niedrigste Wohnungs- und Betriebsmieten, damit Selbsthilfebetriebe dauerhaft am Markt überleben und gleichzeitig soziale Aufgaben wahrneh-men können. Grundstücke sollen die Projekte zu Niedrigstpreisen von WiWAt mieten, die ihrerseits diese treuhänderisch und in Erbpacht verwalten will. Die Industriebrache „Alter Güterbahnhof“ bietet für diese Pläne ein Areal, auf dem „alte“ und „neue“ Arbeitsstrukturen im Rahmen eines Konzepts „Lokale Ökonomie“ Kooperationen schaffen.
Projektvorschläge für Wohnen und Arbeiten auf der Industriebrache „Alter Güterbahnhof“ Mülheim
•• Weiß- u. Elektrogeräte-Recycling incl. Reparaturdiensten, ggf. Elektronikschrott-Recycling (Integration v. Langzeitarbeitslosen u.a.)
•• Baurecyclinghof für wiederverwendbare Bauelemente, Recycling-Baumarkt u. ökol. Baube-trieb mit Renovierungsdiensten (Integration
Schulabbrechern, Langzeitarbeitslosen etc.)
•• Bestattungsinstitut mit Sterbe- und Trauerbegleitung ggf. mit besonders kostengünstigem Service für Sozialhilfeempfänger/innen und deren Familien
•• Reinigungs- und Haushaltsdienste, ggf. Waschsalon mit integrierter Kneipe
•• Literatur- u. Kunstcafé mit Veranstaltungsbetrieb •• Interkulturelles Generationenhaus mit Senio-renwohnheim, Integration von Migrant/innen, mit Kindertagesstätte und Gartenbau, ggf. Kombination mit Behindertencafé und Jugend-hotel
•• Haus der Möglichkeiten (Existenzgründungszentrum für Selbsthilfeprojekte)
Die Stadtteilgenossenschaft WiWAt ist seit Oktober 2002 eingetragen. Im Rahmen des 2-jährigen EU-Projektes „Management and Promotion of local economic Processes“ ist WiWAt Forschungsgegenstand des deutschen Projektpartners „Netz NRW“. Im Rahmen der plan04 wurde mit dem BDA Köln ein Aktionsprogramm entwickelt. (siehe Unbestelltes Land oder www.ssm-koeln.org/projekte.html)
NEUE BERUFS- UND LEBENSPERSPEKTIVEN, WIRTSCHAFTEN UND ARBEITEN MIT SOZIALER ZIELSETZUNG UND EIN NEUES MITEINANDER. WIWAT MACHT MIT IHRER HILFE VIELES MÖGLICH. AA